Zwei Gutachten, zwei Zwecke
| Wertgutachten mit Zustandsnote | Begutachtung für das H-Kennzeichen (§ 23 StVZO) | |
|---|---|---|
| Zweck | Wert für Versicherung, Verkauf, Kauf, Nachlass | Nachweis, dass das Fahrzeug ein erhaltungswürdiges Kulturgut ist |
| Wer erstellt es? | Freier Kfz-Sachverständiger | Amtlich anerkannter Sachverständiger oder Prüfingenieur einer Prüforganisation |
| Ergebnis | Marktwert, Wiederbeschaffungswert, ggf. Wiederherstellungswert, Zustandsnote | Bestätigung oder Ablehnung des Oldtimerstatus, Grundlage für die Zulassung mit H |
| Voraussetzung | keine, jedes Fahrzeug mit Sammlerwert | Erstzulassung vor mindestens 30 Jahren, weitgehend originaler oder zeitgenössischer Zustand, guter Erhaltungszustand |
Kurz: Für das H-Kennzeichen gehen Sie zur Prüforganisation. Für den Wert kommen Sie zu mir. Beides zusammen brauchen Sie, wenn Sie einen Klassiker mit H-Kennzeichen anständig versichern wollen. Details zu meiner Leistung: Oldtimergutachten.
Die Zustandsnoten 1 bis 5
Die Notenskala hat sich in Deutschland als Standard durchgesetzt. Sie wird für jedes Fahrzeug insgesamt und für einzelne Bereiche vergeben:
- Note 1, makellos: Besser als neu oder neuwertig. Keine Mängel, keine Gebrauchsspuren. Selten.
- Note 2, gut: Mängelfrei, leichte Gebrauchsspuren, fachgerecht restauriert oder sehr gut erhalten. Der Zustand, den die meisten gepflegten Klassiker anstreben.
- Note 3, gebraucht: Fahrbereit und verkehrssicher, normale Gebrauchsspuren, kleinere Mängel, keine Durchrostungen.
- Note 4, verbraucht: Nur eingeschränkt fahrbereit, erhebliche Mängel, Rost, umfangreiche Arbeiten nötig.
- Note 5, restaurierungsbedürftig: Nicht fahrbereit, unvollständig, komplette Restaurierung erforderlich.
Zwischennoten wie 2+ oder 2- sind üblich. Wichtig: Eine Gesamtnote 2 heißt nicht, dass alles Note 2 ist. Im Gutachten steht deshalb jeder Bereich einzeln: Karosserie, Lack, Chrom, Innenraum, Motor, Getriebe, Fahrwerk, Elektrik, Reifen. Wer einen Klassiker kauft, sollte auf diese Aufschlüsselung bestehen.
Welche Werte im Wertgutachten stehen
- Marktwert: realistischer Verkaufspreis im aktuellen Zustand, abgeleitet aus Angeboten, Auktionsergebnissen und Marktbeobachtung.
- Wiederbeschaffungswert: Preis für ein vergleichbares Fahrzeug beim Händler, maßgeblich für die Versicherungssumme und für Unfallgutachten.
- Wiederherstellungswert: Kosten, das Fahrzeug in den heutigen Zustand zu versetzen. Relevant bei aufwendig restaurierten Fahrzeugen, bei denen der Marktwert die investierte Arbeit nicht abbildet.
Warum die Versicherung das Gutachten will
Oldtimer-Versicherungen bieten günstige Tarife, weil die Fahrzeuge wenig bewegt und gut gepflegt werden. Im Gegenzug wollen sie wissen, was sie versichern. Deshalb verlangen sie ein Wertgutachten, meist nicht älter als zwei bis drei Jahre, und regulieren im Schadenfall bis zur vereinbarten Summe. Ohne Gutachten gilt der Zeitwert, und der liegt bei Klassikern oft weit unter dem Marktwert. Ein aktuelles Gutachten ist also keine Formalität, sondern der Unterschied zwischen voller und halber Entschädigung.
Was Oldtimer-Gutachten kosten
| Gutachten | Marktübliche Kosten | Wofür |
|---|---|---|
| Kurzgutachten / Kurzbewertung | ca. 150–250 € | Versicherungsnachweis für gängige Klassiker |
| Vollständiges Wertgutachten | ca. 250–500 € | Verkauf, Kauf, hochwertige oder seltene Fahrzeuge, Nachlass |
| Begutachtung § 23 StVZO (Prüforganisation) | ca. 100–200 € | H-Kennzeichen, zusätzlich zur Hauptuntersuchung |
H-Kennzeichen: die Voraussetzungen
- Erstzulassung vor mindestens 30 Jahren.
- Weitgehend originaler Zustand oder zeitgenössische Umbauten (die in den ersten zehn Jahren nach Erstzulassung üblich waren).
- Guter Erhaltungszustand, in der Regel mindestens Note 3.
- Bestandene Hauptuntersuchung.
Vorteile sind die pauschale Kfz-Steuer, freie Fahrt in Umweltzonen und günstige Versicherungstarife. Ich sage Ihnen vor dem Wertgutachten ehrlich, wo Ihr Fahrzeug im Hinblick auf das H-Kennzeichen steht, damit Sie nicht umsonst zur Prüfstelle fahren.
Tipp für Käufer
Lassen Sie einen Klassiker vor dem Kauf begutachten, nicht danach. Nachlackierungen, Spachtel, geschweißte Bodenbleche und ausgetauschte Motoren verstecken sich gut unter Chrom und frischem Lack. Eine unabhängige Fahrzeugbewertung kostet einen Bruchteil dessen, was eine Fehlrestaurierung kostet.
